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Dienstag, 13. Januar 2009

Bebel - Charles Fourier. 4.Teil. Zivilisation und Garantismus

Bebel hat im vorangegangenen Teil ausgeführt, dass "die politische Verfassung der Gesellschaft überhaupt eine gleichgültige Sache sei, daß diese mit dem sozialen Zustand nichts zu schaffen habe, und daß es sich darum handele, den letzteren zu verbessern und die politischen Fragen ganz bei Seite zu lassen.". Dieses Unverständnis Fouriers hat Bebel auch kritisiert, um dann fortzufahren:
Nach Fourier besteht also kein wesentlicher Zusammenhang zwischen dem politischen und sozialen Zustand der Gesellschaft, der erstere ist willkürlich, wie auch der letztere mehr oder weniger willkürlich ist. Er hat zwar mit großem Scharfsinn verschiedene Stufen der menschlichen Entwicklung gekennzeichnet, die er als Edenismus, oder Zustand des primitiven Glücks, als Zustand der Wildheit, des Patriarchats oder der Halbbarbarei, der Barbarei und der Zivilisation charakterisirt; aber es unterliegt nach ihm keinem Zweifel, daß die Zivilisation, die er mit den Griechen beginnen läßt, schon längst in den nächst höheren Zustand der Entwicklung, den des Garantismus übergegangen wäre, wenn der richtige Mann sich fand, der den Ausgang aus der Zivilisation entdeckte. Dieser Mann fehlte bisher. Newton war durch die Entdeckung der Gesetze der Attraktion der Weltkörper hart an dem rechten Weg vorbeigestreift, aber er hatte das Bewegungsgesetz nur für die materielle Welt gefunden. Diese Entdeckung war also, so wichtig sie auch sein mochte, für das Glück der Menschheit die minder werthvolle. Die Gesetze der sozialen Attraktion zu entdecken und darauf die universelle Einheit des gesammten Weltalls, die Beziehungen zwischen den verschiedenen Naturreichen und dem Menschen, zwischen dem Menschen, der Entwicklung des Erdballs und des ganzen Planeten- und Weltsystems, und namentlich auch seine wahren Beziehungen zu dem Weltenschöpfer zu entdecken, dessen ermangelte Newton. Diese Gesetze zu entdecken und damit die wahre Bestimmung des Menschen, die Wege zu seinem Glück, das blieb ihm, Fourier, vorbehalten. Er hat das Mittel entdeckt, das die Menschheit aus Noth, Elend, Unterdrückung, Verkümmerung, Langeweile erlöst, den Menschen mit Gott und dem All in Harmonie setzt. Dieses Mittel ist die Entdeckung der Gesetze der Attraktion der menschlichen Triebe, angewandt auf alle menschlichen Arbeiten und Beschäftigungen, und ihre Bethätigung in der Assoziation durch die Bildung der Serien (Reihen) und Gruppen von Harmonisirenden.

Garantismus nennt Fourier diejenige Periode in der Geschichte der Menschheit, die direkt auf die "Zivilisation" folgen müsse. Max Beer umschreibt sie als "eine Art sozialpolitische Periode als Übergang vom Individualismus zur 7. Stufe: zum Sozialismus— Fourier nennt dies Soziantismus (Nouveau monde 1829, S. XI)". Sie zeichnet sich dadurch aus, daß Menschenrechte praktiziert werden, das Notwendige an Nahrung, Kleidung und Wohnung gesichert sind und vor allem das Recht auf Arbeit anerkannt ist.

Zusammenfassend ist nach Bebel für Fourier die Entdeckung des Garantismus als "Ausgang aus der Zivilisation" durch den "richtigen Mann" als Übergangsgesellschaft zur Harmonie das wichtigste Ereignis in der Zivilisation. Dieser Entdeckung liegt das Verständnis "der Gesetze der Attraktion der menschlichen Triebe" zugrunde.

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