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    <title>Nemetische Heimatzeitung (Nicht Heimat suchen, sondern Heimat schaffen!  ---   „Es geht um den Umbau der Welt zur Heimat, ein Ort, der allen in der Kindheit scheint und worin noch niemand war.“ (Ernst Bloch)) : Rubrik:Sauberkeit und Ordnung</title>
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    <description>Nicht Heimat suchen, sondern Heimat schaffen!  ---   „Es geht um den Umbau der Welt zur Heimat, ein Ort, der allen in der Kindheit scheint und worin noch niemand war.“ (Ernst Bloch)</description>
    <dc:publisher>nemetico</dc:publisher>
    <dc:creator>nemetico</dc:creator>
    <dc:date>2009-03-10T15:18:22Z</dc:date>
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    <title>Nemetische Heimatzeitung</title>
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  <item rdf:about="http://nhz.twoday.net/stories/4707218/">
    <title>Ordnung und Sauberkeit</title>
    <link>http://nhz.twoday.net/stories/4707218/</link>
    <description>----------------------------------------&lt;br /&gt;
Dieser Artikel von -raven- erschien in der Printausgabe der Nemetische Heimatzeitung Nr. 11 6.n.Z. (2006) &lt;br /&gt;
-----------------------------------------&lt;br /&gt;
Warum ein Artikel zu Ordnung und Sauberkeit in&lt;br /&gt;
einer Zeitschrift zur Gemeinschaftsbildung?&lt;br /&gt;
Scheinbar beantwortet sich die Frage selbst. Diese&lt;br /&gt;
beiden Begriffe sind der Quell gewiß von mehr als&lt;br /&gt;
der Hälfte von Zerwürfnissen vor allem in&lt;br /&gt;
Kleingemeinschaften.&lt;br /&gt;
Grund genug, dieses Thema einmal unabhängig von&lt;br /&gt;
einem konkreten Fall näher zu beleuchten. Es ist&lt;br /&gt;
ein sehr empfindliches Thema. Nach meiner&lt;br /&gt;
Erfahrung vermuten die meisten nicht in&lt;br /&gt;
Gemeinschaft lebenden Menschen in Örtlichkeiten&lt;br /&gt;
wie Küche und Bäder das größte Konfliktpotential.&lt;br /&gt;
Es sind Hellseher, denn in der Tat entwickeln sich&lt;br /&gt;
um derartige Örtlichkeiten gewöhnlich die&lt;br /&gt;
destruktivsten Auseinandersetzungen, die nicht&lt;br /&gt;
selten kleine Gemeinschaftsansätze geradewegs&lt;br /&gt;
auseinanderreißen. Das sollte Grund genug sein,&lt;br /&gt;
sich dieser Thematik zu widmen.

&lt;ul&gt;  
&lt;li&gt;Die meisten Menschen kommen aus&lt;br /&gt;
Lebensumständen, in denen sie  vor allem in&lt;br /&gt;
Kindheit und Jugend  zu einem von den&lt;br /&gt;
Erwachsenen definierten Niveau von Ordnung&lt;br /&gt;
und Sauberkeit gezwungen worden sind. Die&lt;br /&gt;
eigene Erfahrung der Zwanghaftigkeit wird&lt;br /&gt;
meist dergestalt verinnerlicht, dass man meint,&lt;br /&gt;
ohne Zwang und Nötigung sei Ordnung und&lt;br /&gt;
Sauberkeit grundsätzlich nicht herstellbar. So&lt;br /&gt;
wird die eigene Zwangserfahrung natürlich&lt;br /&gt;
auch ungebrochen an die nachfolgenden&lt;br /&gt;
Generationen weitergegeben.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;ul&gt;  
&lt;li&gt;Beide Begriffe Ordnung und Sauberkeit&lt;br /&gt;
werden in ihrer wahren Bedeutung und&lt;br /&gt;
Sinnhaftigkeit niemals hinterfragt, sondern&lt;br /&gt;
meist als quasi moralische Grundwerte&lt;br /&gt;
vorausgesetzt. Insbesondere fühlt sich der&lt;br /&gt;
Sauberere und der Ordentlichere als besser&lt;br /&gt;
als die Unsauberen und Unordentlichen.&lt;br /&gt;
Regelmäßig stellt sich heraus, dass die&lt;br /&gt;
Vorstellungen über das, was ordentlich und&lt;br /&gt;
sauber ist, zwischen den Beteiligten im Detail&lt;br /&gt;
oft auseinanderklaffen, und zum Teil sogar auf&lt;br /&gt;
verschiedenen Ebenen noch völlig&lt;br /&gt;
unterschiedlich sind (jemand läßt das Geschirr&lt;br /&gt;
stehen, aber ist akribisch und unduldsam in&lt;br /&gt;
Fragen der Müllentsorgung). Trotzdem meinen&lt;br /&gt;
alle Beteiligten oft, dass ihr eigenes&lt;br /&gt;
Verständnis von Ordnung und Sauberkeit das&lt;br /&gt;
einzig richtige und das der anderen das&lt;br /&gt;
falsche ist.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;ul&gt;  
&lt;li&gt;Natürlich kommt es dabei auch zu der&lt;br /&gt;
unvermeidlichen Erscheinung, dass Menschen,&lt;br /&gt;
die einen lebenslangen inneren Krieg gegen die&lt;br /&gt;
eigene Schlampigkeit führen, diesen inneren&lt;br /&gt;
Bürgerkrieg gern dadurch unterbrechen, indem&lt;br /&gt;
sie ihren inneren Konflikt auf andere&lt;br /&gt;
projizieren. Aus meiner Erfahrung ist gerade in&lt;br /&gt;
diesem Bereich die Tendenz ungeheuer&lt;br /&gt;
verbreitet, den Splitter im Auge des anderen&lt;br /&gt;
anzuklagen, um den Balken im eigenen Auge&lt;br /&gt;
zu vertuschen. Nach außen hat diese&lt;br /&gt;
Doppelbödigkeit meist verheerende Folgen, da&lt;br /&gt;
sie Vertrauen im Alltag zerstört und zu&lt;br /&gt;
endlosen Grabenkriegen führt.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;ul&gt;  
&lt;li&gt;Oft sind Auseinandersetzungen über Ordnung&lt;br /&gt;
und Sauberkeit Stellvertreterkriege für&lt;br /&gt;
Konflikte auf ganz anderen Ebenen. So kann&lt;br /&gt;
eine demütigende Bemerkung hervorragend&lt;br /&gt;
gerächt werden, indem man den Beleidiger bei&lt;br /&gt;
einer Nachlässigkeit erwischt und zur Sau&lt;br /&gt;
macht (verräterische Sprache!). Kriege um&lt;br /&gt;
Sauberkeit und Ordnung entpuppen sich bei&lt;br /&gt;
näherem Hinsehen oft als verschobene und&lt;br /&gt;
damit unkenntlich gemachte Macht- und&lt;br /&gt;
Revierkämpfe.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;img src=&quot;http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/thumb/5/58/Handfeger.JPG/180px-Handfeger.JPG&quot; /&gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um nicht missverstanden zu werden: wenn ich die&lt;br /&gt;
Begriffe Ordnung und Sauberkeit gewissermaßen in&lt;br /&gt;
Frage stelle, dann spreche ich mich nicht etwa für&lt;br /&gt;
Unordnung und Unsauberkeit aus, sondern möchte&lt;br /&gt;
die Aufmerksamkeit auf den subjektiven Charakter&lt;br /&gt;
beider Begriffe in konkreten Zusammenhängen&lt;br /&gt;
aufmerksam machen.&lt;br /&gt;
Letztlich hat jeder Mensch ein wie auch immer&lt;br /&gt;
geartetes Verständnis von Ordnung und Sauberkeit,&lt;br /&gt;
selbst der Obdachlose, der unter der Brücke&lt;br /&gt;
übernachtet.&lt;br /&gt;
Sauberkeit ist grundsätzlich eine willkürliche&lt;br /&gt;
Definition, denn die entgegengesetzte Definition&lt;br /&gt;
für Dreck oder Unrat ist ebenfalls willkürlich.&lt;br /&gt;
Die Online  Enzyklopädie Wikipedia schreibt&lt;br /&gt;
dazu: Ob eine Materieansammlung eine&lt;br /&gt;
Verschmutzung bildet ist orts- und zeitabhängig&lt;br /&gt;
und unterliegt teilweise auch subjektiven&lt;br /&gt;
Einschätzungen. Dreck oder Schmutz ist in diesem&lt;br /&gt;
Sinne das &lt;i&gt;&quot;falsche Ding zur falschen Zeit am&lt;br /&gt;
falschen Ort&quot;&lt;/i&gt;, oder &lt;i&gt;Dreck ist Materie am falschen&lt;br /&gt;
Platz&lt;/i&gt;. Dies setzt gleichwohl voraus, dass es eine&lt;br /&gt;
Definition von richtigem oder falschem Platz gibt.&lt;br /&gt;
Wo mehrere Menschen beteiligt sind, liegt es nahe,&lt;br /&gt;
dass diese Definition einvernehmlich gefunden&lt;br /&gt;
werden muß. Wo sie es nicht ist, da sind destruktive&lt;br /&gt;
Auseinandersetzungen geradezu vorprogrammiert.&lt;br /&gt;
Kaum anders verhält es sich mit dem Begriff&lt;br /&gt;
Ordnung. Ordnen heißt gestalten. Wo eine Seite&lt;br /&gt;
ihre Ordnungsvorstellungen gegen die andere&lt;br /&gt;
durchsetzt, da wird logischerweise der&lt;br /&gt;
Gestaltungswille einer Seite gebrochen. Wo aber&lt;br /&gt;
der Gestaltungswille mehrerer Menschen sich&lt;br /&gt;
kombiniert, da wird eine gemeinsame Ordnung&lt;br /&gt;
entwickelt.&lt;br /&gt;
Erhellend ist da ein Blick auf den aktuellen Stand&lt;br /&gt;
der Robotik. Warum gibt es trotz Internet noch&lt;br /&gt;
keine Haushaltsroboter, die mir meine Wohnung&lt;br /&gt;
sauber und ordentlich halten? Die Antwort ist&lt;br /&gt;
einfach: die Systementwickler stellten fest, daß die&lt;br /&gt;
Definition dessen, was ordentlich und sauber ist,&lt;br /&gt;
viel zu komplex ist, um einfach objektivierbar zu&lt;br /&gt;
sein. Freilich kann man heute schon staubsaugende&lt;br /&gt;
Roboter kaufen, die nach dem Zufallsprinzip den&lt;br /&gt;
Boden abfahren und saugen. Doch bereits ein Stück&lt;br /&gt;
Papier oder Plastik kann die Entscheidungsfähigkeit&lt;br /&gt;
einer solchen Maschine überfordern. Wann ist ein&lt;br /&gt;
Stück Papier Müll und wann ist es ein Geldschein&lt;br /&gt;
beispielsweise?&lt;br /&gt;
Wo kein gemeinsames und einvernehmliches&lt;br /&gt;
Verständnis von Sauberkeit und Ordnung&lt;br /&gt;
entwickelt wird, da entwickelt sich ein Herd&lt;br /&gt;
ständiger destruktiver Auseinandersetzungen.&lt;br /&gt;
Welche konkrete Ausformung Ordnung und&lt;br /&gt;
Sauberkeit innerhalb einer konkreten Gemeinschaft&lt;br /&gt;
annehmen, kann sehr unterschiedlich sein. Wichtig&lt;br /&gt;
ist lediglich, daß die Definition einvernehmlich&lt;br /&gt;
entwickelt wurde.&lt;br /&gt;
Natürlich ist diese Einsicht allein kein Patentrezept&lt;br /&gt;
für die Lösung aller Sauberkeits- und&lt;br /&gt;
Ordnungsfragen in Gemeinschaft, aber sie gibt die&lt;br /&gt;
Methode an, mit der die Konfliktlösung erfolgen&lt;br /&gt;
muß. Nicht der Disput darüber, welches richtige&lt;br /&gt;
und falsche Auffassungen sind, sondern das&lt;br /&gt;
gemeinsame Bemühen darum, Lösungen zu finden,&lt;br /&gt;
die letztlich alle Beteiligten zufriedenstellen. Das&lt;br /&gt;
impliziert natürlich auch, die eigenen Vorstellungen&lt;br /&gt;
zu überprüfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-raven-</description>
    <dc:creator>nemetico</dc:creator>
    <dc:subject>Sauberkeit und Ordnung</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 nemetico</dc:rights>
    <dc:date>2008-02-15T06:24:00Z</dc:date>
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