Projekt Grünes Haus Zunsweier

Freitag, 18. Juli 2008

Veranstaltungen August-September im Grünen Haus Zunsweier




Mittwoch, 26. März 2008

Projekt Grünes Haus Zunsweier

Liebe Leser, ich möchte Ihnen heute das Projekt Grünes Haus Zunsweier vorstellen. Mit dem Initiator und Gründer des Projektes, miScha, bin ich seit einigen Jahren befreundet. Das Grüne Haus gehört zum nemetischen Netzwerk.
Das Projekt ist für weitere Mitbewohner und auch Gäste und Besucher offen.

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Wie lange besteht dein Projekt schon?

Seit 2005.

Was bedeutet der Name „Grünes Haus“? Es ist ja (noch) nicht grün.

Grün verweist auf die sprießende Vielfalt des Lebens. „Grau, Freund, ist alle Theorie, doch grün des Lebens goldener Baum“ (Goethe).

Wie bist du zu dem Haus gekommen?

Durch Erbschaft von meinem Großvater, den ich bis zum Alter von 97 Jahren gepflegt habe.

Wer bewohnt derzeit das Haus?

Ich selbst, dann Govinda, mein Vater und die Miez (eine Katze). Zusätzlich gibt es einige Menschen, die im Haus verkehren und sich mehr oder weniger hier heimisch fühlen. Die letzten Jahre wohnten zeitweise überdies noch andere Menschen im Haus.

Suchst du Mitbewohner, und welchen Platz hat das Grüne Haus?

Ja, wir suchen Mitbewohner. Platz ist für 6 – 8 feste Bewohner. Ich wünsche mir zusätzlich eine ebenso große Anzahl Menschen, die sich hier zuhause fühlen, obwohl sie woanders wohnen.

Was sind die Ziele deines Projektes?

Ich habe den Aufbau eines „Paradiesgartens“ im Sinn, in dem Menschen zu ihrer wahren Natur zurückfinden und diese hier leben können.

Was bedeutet „Paradiesgarten“?

Ein sehr vielfältiger großer Lebensraum. Es handelt sich um die Gestaltung des vorhandenen großen Gartens. Ich nenne Stichworte: Waldlichtung, Hexenzaun, Dickicht, Feenhalle, Kletterbaum, Baumhaus, nackt ums Feuer tanzen, Gartenteich (auch zum Plantschen), Höhle, Sauna, Scheune, Barfußweg, Moos, versteckte Lauben, Grüne Dachterassen, wuchernde Wildnis, Kirschenfest, Acker mit Eremitenhütte, und und und.

Was ist deiner Ansicht nach die wahre Natur des Menschen?

Unsere wahre Natur ist Freiheit. Mir fällt ein Satz von Rumi ein: „Jenseits unserer Vorstellungen von richtig und falsch gibt es einen Ort. Dort begegnen wir uns (wirklich)“. Unsere wahre Natur liegt demnach jenseits unseres begrifflichen Verstehens und unserer Konzepte.

Was ist dein spiritueller Hintergrund?

Ich bin Sannyassin in zweiter Generation und war in Poona. Sannyas ist für mich eine Erfahrung des alles Loslassens, des Vonsichwerfens, der Befreiung. Das heißt im Grunde, den ganzen Krempel nehmen und wegwerfen.

Welchen Krempel?

Den ganzen Ballast, den wir mit uns tragen, im Kopf, emotional, die ganzen Blockaden.

Was sind deine zentralen Anliegen mit deinem Projekt? Was für Menschen suchst du zur Teilnahme an dem Projekt Grünes Haus?

Zentral ist für mich der Aufbau einer intimen Lebens- und Liebesgemeinschaft.

Was bedeutet für dich Intimität?


Intimität bedeutet im ursprünglichen Wortsinn angstfrei. Das beinhaltet für mich Bejahung von Körperlichkeit und Sinnlichkeit ohne Scheu, ist aber nicht auf diese beschränkt. Lebens- und Liebesgemeinschaft bedeutet für mich, das ganze Leben in allen seinen Aspekten miteinander zu teilen.

Worin siehst du die Voraussetzung für die von dir genannte Intimität?

Als wichtig erlebe ich, frei zu werden von Wertungen, bzw einen liebevollen Raum aufzubauen, der frei ist von Wertungen und Verurteilungen und in dem jeder sich so zeigen kann, wie er oder sie ist.

Welche Erfahrungen hast du bis jetzt damit gemacht, einen solchen intimen Raum aufzubauen? Das scheint mir ja nicht so ganz einfach zu sein, was du dir da wünscht.

Es waren sehr vielfältige und unterschiedliche Erfahrungen. Ich würde diese Erfahrungen ungern in gute und schlechte unterteilen, weil das schon wieder eine Wertung darstellen würde. Ich habe viel gelebt und gelernt und bin bereit, in eine neue Phase einzutreten.

Was waren deine wichtigsten Lernprozesse?

Ich habe anfänglich allen Energien und Impulsen aller Beteiligten freien Raum gelassen.
Der wichtigste Lernprozess für mich war der, dass in einem ungeregelten, ungeleiteten, unbewußten, völlig freien Raum sich vorrangig unsere gesellschaftlich- kulturellen und persönlich - biographischen Muster und Ego – Strukturen manifestieren.

Was für Konsequenzen hast du daraus gezogen? Worin müsste eine Regelung bzw eine Leitung bestehen?

Ich vertrete aber weiterhin ein offenes Leitungskonzept, in dem es nicht „den einen Chef“ gibt, der über andere Macht ausübt, sondern wo alle Beteiligten gemeinsam in Bewusstheit dessen was sie tun „leiten“, statt alles nur im freien Fall trudeln zu lassen.

Wünscht du dir weitere Sannyassin als Mitbewohner?

Durchaus, ich bin aber auch offen für Vertreter aller spirituellen Richtungen, da alle Spiritualität sich auf die gleiche Quelle bezieht.

Gilt das auch für Atheisten?

Buddha war Atheist. Er wurde an einem Tag gefragt: „Gibt es einen Gott?“, und zwar von drei verschiedenen Menschen.
Dem ersten antwortete er: „Ja, es gibt einen Gott“.
Dem zweiten antwortete er: „Nein, es gibt keinen Gott“
Und als Antwort auf den dritten schloß er die Augen und meditierte mit ihm in Stille.

Du hast unter anderem das Stichwort Schamanismus in den Vorgesprächen genannt. Was meinst du damit?


Ich verstehe mich auch als Schamane in Hinblick auf das Feiern des gesamten Lebens in allen seinen Aspekten, u.a. durch zeremonielle Gestaltung von Jahreskreisfesten. Da hab ich übrigens viel von Dir gelernt, wofür ich sehr dankbar bin.

Du hast mir gegenüber die Notwendigkeit neuer soziale Formen betont? Was hast du damit genau im Auge?

Das klassische Überlebensmodell der Menschheit ist stets die kooperative Gruppe gewesen, der Klan, die Sippe, die Großfamilie. Diese Formen sind letztlich zerbröselt unter dem Einfluß der Industrialisierung. Stichworte: Versingelung, Kleinfamilie bedeutet heute schon fast nur noch alleinerziehende Mutter mit Kind, Ehescheidung neuerdings auch online unter www.ehe-scheidung-online.de.
Die Situation des heutigen Menschen ist seine Versingelung als Einzelindividuum und seine Einbindung in unüberschaubare riesige „Gemeinwesen“ (Krankenkasse, EU, globale Strukturen), in denen seine Stimme nicht gehört wird.
In dieser Kluft zwischen vereinzeltem Individuum und Megastruktur wachsen neue soziale Formen. Es handelt sich um selbst gewählte Gemeinschaften, die klein genug sind, um überschaubar zu sein, und doch groß genug, um energetisch vollständig zu sein und die damit stark genug sind, den einzelnen bei der Bewältigung des Alltags zu begleiten und bei Krisen helfen zu können.
An solchen neuen Formen wird inzwischen selbst in der Mainstreamkultur vielfältig experimentiert: Mehrgenerationenhäuser, Alten – WGs, Tauschringe, Regiogeld, Autofreie Siedlung Köln, Artabana. Da sind nicht mehr nur „linke Spinner“ am Werk, das interessiert heute schon „Otto Normalverbraucher“.

Ich sehe das Haus als Hausgemeinschaft in seiner Größe überschaubar und heimelig. Die Einbindung in das nemetische Gemeinschaftsnetzwerk bringt Größe und Stärke der energetisch vollständigen Struktur.

Was meinst du mit energetisch vollständig?

Als energetisch vollständig bezeichne ich einen Lebensraum, der alle Lebenssituationen und –erfahrungen beinhaltet, ermöglicht und trägt.
Ein solcher Raum beinhaltet alte und junge Menschen, Männer und Frauen, Schlaue und Dumme, Dicke, Dünne, Handwerker, geistig rege Menschen, Tiere aller Art, Bäume, Gemüsegärten und ist geeignet, vielfältige Lebenserfahrungen aller Art darin zu machen und letztlich jede Lebenserfahrung und Lebensphase zu beinhalten und auffangen zu können. Sei es Geburt, Tod, Eheschließung, Krankheit, Pflege, Ausbildung, Lernen, Erwerbstätigkeit, Arbeitslosigkeit oder was auch immer jedem einzelnen von uns geschehen mag.
Letztlich ist ein solcher Raum ein Heilungsbiotop.

Die klassische Großfamilie leistete das durch die Einbindung in die Dorfgemeinschaft.
Die neuen Formen (Hausgemeinschaften, neue Stämme) leisten das durch Einbindung ins Netzwerk.
Unsere Gemeinschaft soll aber nicht eine Neuauflage der Großfamilie werden, sondern unterscheidet sich in wesentlichen Aspekten von den alten Formen: patriarchalisch-hierarchische Strukturen damals, Entscheidungsfindung durch Konsensbildung heute z.B..
Freiwilligkeit und Einsicht in Notwendigkeit statt Machtausübung ist mir ein wichtiges Anliegen, auf das ich durch dich und den NHZ – Artikel ……. gekommen bin.

Vielen Dank, miScha, für das Interview.

Wer mit Mischa und dem Projekt Grünes Haus Zunsweier Kontakt aufnehmen möchte, der sende eine Mail an spenglergaessle [at] gmx.de.
Webseite des Projektes: http://www.die-kleine-prinzessin.de

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